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Wer kennt sie
nicht aus Filmen, Dokumentation, Reportagen, Bildbänden und anderen Quellen:
Schlittenhunde. Vielfach werden sie als Huskys verkürzt dargestellt und im Sinne
des "Siberian Husky" beschrieben. Doch wer sind die Alaskan Huskys? Antworten
auf diese und andere Fragen versuche ich hier zu geben.

Als Alaskan
Husky unter Menschen - Eine Alaskan Husky History ...
Nordische Hunde,
Schlittenhunde, Polarhunde oder schlicht Huskys werden Hunde genannt, die
eine lange und bewegte Vergangenheit haben. Wir kennen sie aus Filmen wie
„Snow Dogs“, der Zeichentrickproduktion „Balto“ oder literaischen Werken
wie „Jack London´s Wolfsblut“. Filmdokumentation und Reportagen haben uns
über Jahrzehnte die Geschichten über Hunde der Eskimos und der Goldsucher
um den Yukon erzählt. Nun sind Husky in den westlichen Gesellschaften als
Hunde beliebt, die oftmals mit blauen Augen und einem faszinierenden Wesen
assoziiert werden. So sehr diese faszinierenden Momente die Menschen in
ihren Bann schlagen, so deutlicher wird auch die negativen Folgen der
menschlichen Vereinnahme von Schlittenhunde in der Moderne.
Schlittenhunde lassen in
unserem Bewusstsein oft ein imaginäres Bild entstehen, die uns die wilden
schneebedeckten Landschaften Alaskas zur zeit des Goldrauschs vor über 150
Jahren vor Augen führen oder die Eiswüsten der Nordpolarregion in
Erinnerung rufen, in denen Eskimos über Jahrhunderte und weit darüber
hinaus zu überleben suchten. Die Ursprünglichkeit der Hunde sowie die
vermutete Wirklichkeit ihrer natürlichen Lebenswelt hat sich in unserem
kollektiven Gedächtnis verankert. Aus ihr entspringt eine Faszination, die
sich auf das Elementare im Dasein stützt. Die Verwandtschaft zum Wolf,
hervor gerufen durch Erzählungen und Geschichten aus der Zeit der
Entdecker und Forscher hat dieses Bild vom Schlittenhund verfestigt. Die
Faszination des Huskys geht auf die Abenteuererzählungen und
Entdeckerberichte zurück; sie lebt von der Schönheit und Kraft, Eleganz
und dem Freiheitsdrang, und damit einer ursprünglichen Erfahrung, die sich
der Mensch über den Sport oder das Familienmitglied Husky zurück holt.
Eine Geschichte des Alaskan
Husky ist schwierig zu schreiben, verlangt sie doch vom Erzähler eine
zeitliche Eingrenzung, in der Hunde vor einen Schlitten gespannt wurden,
um für den Menschen zu arbeiten und die Sinn- und Ursachenzusammenhänge zu
verdeut-lichen, die die Beziehung zwischen Schlittenhund und Mensch
erklären können. Die Ursprünge der Schlittenhunde soll 4-10.000 Jahre
zurück reichen. Erzählungen und Bilder berichten von einer Zeit, in der
die asiatischen Tschuktschen die Bering See überquerten, um in Nordamerika
zu siedeln. Später fanden sich andere Bezeichnungen für dieses Volk, u.a.
„Paleo-Indianer“. Ohne diese Hunde wäre diese Wanderungsbewegung kaum
möglich gewesen. Jagd, Transport und Reisen waren die Aufgaben dieser
frühen Schlittenhunde, die als Arbeitstiere Verwendung fand, gleichwohl
waren Schlittenhunde auch eine wesentliche Säule des Überlebens in einer
menschfeindlichen Umwelt. Die europäischen Entdecker und Nordlandfahrer
bereisten im 16. Jahrhundert über Grönland auch den nordamerikanischen
Kontinent des heutigen Kanada und Alaska. Hier trafen sie auf die
Ureinwohner und deren Hunde, die fortan als Reise- und Transporttier auch
für die Reisen der Entdecker große Bedeutung erhalten sollte. Fridjof
Nansen charakterisierte auf einer seiner Entdeckungs- und Forscherreisen
im frühen 20. Jahrhundert das Wesen der Hunde, die in einer ursprünglichen
und wilden Landschaft hohe Belastungen ertragen mussten. Er erinnert sich
an den Beginn ein Expedition: "Abends gingen wir an Land, um die Hunde
auszuprobieren. Kaum hatte ich mich aufgesetzt, erblickte das Gespann
einen fremden Hund in der Nähe. Wie wilde Wölfe warfen sich alle zehn auf
ihn, Blut floss in Strömen. Ich saß wie ein Zuschauer im Schlitten." (F.
Nansen, S. 48). Die europäischen Entdecker lernten schnell von den Eskimos
(Inuit). Sie erschlossen sich die Fähigkeiten Hunde im Schnee und auf Eis
zu bewegen. Die Forscher entdeckten somit vor dem Land, seiner Menschen
und der Bodenschätze den Schlittenhund als Arbeitstier.
Der Schlittenhund war so über
viele Jahrhundert ein reines Arbeitstier. Und dies sollte sich 1867 nicht
ändern, als Alaska Teil der Vereinigten Staaten von Amerika wurde und
schließlich der „Gold Rush“ ein viele Menschen aus allen Teilen der Welt
in die Welt der Schlittenhunde trieb. Von San Francisco bis zum Yukon und
Dawson City zogen die Menschen ihrem „American Dream“ von Gold und
Reichtum hinterher. Hierzu bedienten sie sich der Schlittenhunde, die für
die Goldsucher ein Wegbereiter des eigenen Traums waren, der sich nicht
selten in einen Alptraum in einer menschenfeindlichen Umwelt verkehrte.
Auf der Reise in das Land des gelebten Traums beherrschte jedoch der
alltägliche Kampf ums überleben das Dasein der Menschen und Hunde. Um
dieses gelobte Land zu erreichen, mussten die angehenden Goldgräber ihre
gesamte Ausrüstung und ihren Proviant, der häufig bis zu einer Tonne
Gewicht betrug, angesichts von Hunger und Krankheiten, Wölfe und Morden,
Kälte und Erschöpfung, Gletscherspalten, Steilhänge und Lawinen,
transportieren (D. Cellura, S. 25). In dieser Lebenssituation entwickelten
viele Goldgräber Heimweh und das emotionale Bedürfnis nach Post aus der
Heimat. Für diese Anbindung der abgelegenen Minen in Alaska an die
entfernte Heimat dienten gerade Hundeschlitten. Doch war ein Hund einmal
nicht fähig zu arbeiten, wurde er abgestoßen und nicht selten erschossen
oder seiner selbst überlassen. Das Geld zählte mehr als das Arbeitstier
Hund.
Als die Goldminen
immer weniger Ertrag abwarfen und Goldgräberstädte zunehmend verweist
waren, wurden auch die zum Transport verwendeten Schlittenhunde
„arbeitslos“. Der Schlittenhund blieb jedoch; er diente zum Posttransport
und der Entdeckung weiterer Ländereien in der Weite Kanadas, Alaskas und
der Nordpolarregion. Ein neues Betätigungsfeld eröffnete sich jedoch den
Eignern der Hunde mit den Schlittenhunderennen. 1908 gründete Scotty
Allan in der ehemaligen Goldgräberstadt Nome den Nome Kennal Club, um mit
den All Alaska Sweepstakes erstmalig ein Rennen zu veranstalten, das über
650 Kilometer durch Berge, Täler, Eis und Schnee extreme Herausforderungen
an die Musher und Hunde stellen sollte. Die Tiere mussten während der
Woche ihre tagtägliche Arbeit verrichten, wohingegen sie am Wochenende zu
Rennen benutzt wurden. In den folgenden Jahren stieg die Teilnehmerzahl
stetig, wobei die Goldgräber und sie eine Chance bei den Rennen haben. Die
neue Rennbegeisterung führte soweit, dass mit dem Alaskan Husky eine für
die Rennen besonders geeignete, d.h. schnelle, Schlittenhunderasse
gezüchtet wurde. Auch im Ersten Weltkrieg fanden Alaskan Husky Verwendung.
1915 verschifften Scotty Allan und René Haas 135 Alaskan Huskys von Nome
(Alaska) nach Frankreich, um im Winter 1915 militärische Aufgaben (u.a.
Transport, Nachrichtentransfer) zu erledigen. Auch 1925 kamen Alaskan
Huskys in den Blick der Weltöffentlichkeit, als in Nome eine Diphtherie
Epidemie ausbrach und die dringend benötigten Impfstoffe per
Hundeschlitten in die Stadt gebracht wurden. In den 50er Jahren wurden
Schlittenhunde und damit auch die Alaskan Huskys zunehmend von
Benzin-betriebenen Hundeschlitten verdrängt. Doch es blieb die
Schlittenhunderennen blieben. In der Gegenwart wird mit dem Iditarod Trail
Sled Dog Rail ein Schlittenhunderennen veranstaltet, das seit 1970 bis auf
die Renndistanz von 1700 Kilometer (Anchorage-Nome) verlängert wurde, um
den benzinbetriebenen Schlitten ein kommerzielles Spektakel entgegen
stellen zu können. Selbst Eskimos verwenden heute immer weniger die
Hundeschlitten. Dennoch wurden auch in den 70ern Huskys sowohl als
Transport- als auch als Sporttiere verwendet. Als das "letzte große
Rennen" wird das Iditarod beworben und damit der Abenteuer-, Extremsport
und Freizeitkultur der Gegenwart ent-sprochen.
Alaskan Huskys gehören im Schlittenhundesport nicht zu den anerkannten
Schlittenhunderassen. Er wird nicht selten als „performance dog“
bezeichnet. Eine Vielzahl an Verbänden zählt hierzu nur Alaskan Malamutes,
Siberian Huskys, Samojeden oder die japanischen Akita-Inu. Blickt man nun
auf die lange Liste der nordischen Hunde, die im Schlittenhundesport
Verwendung finden oder die auf einschlägigen Internetseiten und in
Buchpublikationen zu lesen sind, so fragt man sich unweigerlich, ob die
heute zu findenden Züchtungen in der Tat so reinrassig sind, wie die
Intentionen der Funktionäre und Verbände erwarten lassen. Der Alaskan
Husky ist entgegen der Politik derartiger Funktionäre, Züchter und
Verbände nicht selten auf Schlittenhunderennen und Huskyranches
anzutreffen. Annahmen, er wäre ein Kreuzung aus Alaskan Malamute und
Siberian Husky treffen nicht zu. In der Vergangenheit wurden jedoch Jagd-
und vor allem Windhunde in die Züchtungen eingekreuzt, um die Alaskans
schneller zu machen. Dies galt insbesondere der Verwendung im Sport.
„Leichtgewicht mit Turbolader“, so titelt eine Internetseite, mag die
Zielsetzung ihrer Züchter beschreiben. Gleichwohl kennzeichnet sie auch
die Tatsache, dass Alaskan Huskys sowohl blaue als auch braune Augen
aufweisen und. Der Körperbau ist wesentlich schlanker als bei den
kompakteren Siberian Huskys und entspricht so dem ausgeprägten „desire to
go“. Schnelligkeit und Leistungsfähigkeit, Genügsamkeit und Belastbarkeit
waren und sind Merkmale der Zucht. Doch es unterscheidet in ihren
Wesenszügen wenig von anderen Schlittenhunde. Auch sie sind gegenüber
Menschen freundlich bis zurückhaltend, aufmerksam bis ungeduldig, wenn
sich der Mensch ihm nicht in adäquater Weise widmet.
Der
Alaskan Husky ist in seiner gegenwärtigen Form vielfältig und gleichwohl
ein Hund, der untrennbar mit dem Schlittenhundesport verbunden ist. Kein
anderer Husky hat in den letzten zwei Jahrzehnten einen derartigen
Popularitätsschub im Schlittenhundesport erfahren. Preise von 500 bis 5000
$ werden für einen Alaskan Husky gezahlt. Doch nicht nur als Sporttier
wird der Alaskan Husky geschätzt, sondern auch als Familienmitglied weiß
man um seine Rolle, ob nun als zum Beispiel als dominante Leader-Hündin
oder als genügsamer Begleiter. Aus Erzählungen und Geschichten der
Entdecker, Inuit und Sportler können wir schlussfolgern, dass zu einer
Geschichte der Alaskan Huskys ein Verstehen dieser Erzählungen gehört, die
aus einem Leben als Arbeitstier, Sporthund und Familienhund berichten.
Über viele Jahre wählten Inuit, Entdecker, Forscher, Goldsucher und
Sportler die Hunde aus, die das harte und entbehrungsreiche Leben in der
Arktis und Nordamerikas erdulden konnten. Doch auch in der Gegenwart zeigt
sich, dass die Verwerfungen der Moderne den Schlittenhund erfasst haben.
Die Verdrängung durch Motorschlitten, Überzüchtungen als Modetier und ein
Dasein in südlichen Tierheimen zeigen, dass ein Leben als Arbeits-, Mode-
und Sporttier Ausdruck der jeweiligen Zeit und der Grundhaltung ihrer
Menschen war und ist.

[Foto:
Frank Baring]

Literaturhinweise
Nansen, Fridtjof. In Nacht und Eis. Die norwegische Polarexpedition
1893-96. Wiesbaden: Albert, 1996.
Cellura, Dominique.
Schlittenhunde in Eis und Schnee. München: Blanckenstein, 1990.
Rasmussen, Knud.
Rasmussens Thulefahrt. 2 Jahre durch unerforschtes Eskimoland.
Frankfurt: Societätsverlag, 1926.
Johnson, William W.
Der Goldrausch. Amsterdam: Time, 1995.
Greely, Adolph W. Drei
Jahre im hohen Norden. Die Lady Franklin-Bai-Expedition in den Jahren
1881-1884. Jena:Gostenoble, 1887.
London, Jack. Der Ruf
der Wildnis. Frankfurt: Insel, 1997.
Quellen und mein Artikel in "Geschichte
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Alaskan Husky
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Persönliches
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